Mittwoch, 11. Februar 2009

Scheunenfund Bugatti 57S versteigert

3.500.000€
Per Telefon hat ein anonymer Bieter in Paris den seltenen Bugatti 57S Atalante Baujahr 1937 ersteigert. Das gute Stück stand fast 40 Jahre vergessen in einer Garage in Nordengland. Wo es nach dem Kauf hinkommt, ist unbekannt.
Ein halber Dornröschenschlaf: 50 Jahre wurde die Maschine des Bugatti 57S Atalante Coupé nicht gestartet. Auch der neue Eigentümer sollte sich vorerst hüten, den Turbinen-Sound, von dem sein Erstbesitzer Francis Curzon 5. Earl Howe so schwärmte, hören zu wollen. Erst einmal muss der Zweisitzer gründlich durchgesehen werden. Doch im Wesentlichen ist der Wagen unbeschädigt, und das erklärt den beachtlichen Preis von 3,4 Millinen Euro bei der Auktion in Paris - dank des Desinteresses von Dr. Harold Carr, der seinen Sportwagen unbeachtet 40 Jahre in der Garage stehen ließ. So wie auf dem Foto präsentierte sich das Schätzchen der Familie nach dem Tod des Arztes. Carr hatte den 57S aus dritter Hand gekauft und Ende der 50er-Jahre nur wenige Fahrten damit gemacht. Die meisten der 42.299 Kilometer stammen wohl vom Erstbesitzer Francis Curzon (Foto), 5. Earl Howe. Er war der erste Präsident des British Racing Driver's Club (BRDC). Der blaublütige Rennsportfan (hier unter improvisiertem Regenschutz kurz vor einem Rennen in den 30-ern) bestellte den Bugatti 1937. Die Manufaktur fertigte von dem damaligen Supersportwagen insgesamt nur 17 Stück. Er baute auf dem populären Typ 57 auf, dessen 3,2 Liter große Achtzylinder-Maschine 135 PS entwickelte. Dank gesteigerter Kompression leistete sie im 57S noch 40 PS mehr. Nach dem Krieg baute der zweite Besitzer noch einen Kompressor ein, was die Leistung erneut nicht unerheblich gesteigert haben dürfte. Doch bis auf diese Modifikation, eine neue Lackierung und ein paar Anbauteile ist das Auto nahezu unverändert.

Maybach Zeppelin

Fahrzeuge von Maybach gehören zum teuersten und exklusivsten, was der Automarkt hervorbringt. Und nun kündigt der Hersteller dieser Limousinen ein Modell für all diejenigen an, denen die bisherigen Fahrzeuge zu karg und zu schwach waren. Der Maybach Zeppelin soll in der Tradition des gleichnamigen Vorkriegswagens stehen und auf dem Genfer Automobil-Salon (5. bis 15. März 2009) erstmals gezeigt werden.
100-mal vom Feinsten
Die meisten Kunden schielen im Moment zu Kleinwagen, aber ganz oben geht immer noch was. So kommt der Maybach Zeppelin nicht nur edler ausgestattet daher, sondern bringt auch noch 28 Zusatz-PS mit. Die auf 100 Exemplare limitierte Zeppelin-Edition basiert wahlweise auf dem Maybach 57 S oder dem 67 S. Die 6,0-Liter-V12-Motoren leisten jetzt 640 statt 612 PS, das maximale Drehmoment wird nach wie vor bei 1.000 Newtonmeter abgeregelt. Von außen zeigt sich das Spezialmodell in einer Zweifarblackierung aus Rocky-Mountains-Hellbraun und Taiga-Schwarz. Allerdings gilt bei Maybach: Alles kann, nichts muss. Wer also andere Farben will, bekommt sie. Der Wagen rollt auf neu designten 20-Zoll-Felgen, die durch ihre schwarz-silberne Farbgebung auffallen. Umgeformte Außenspiegel sollen zudem die Windgeräusche minimieren. Und da Understatement ohnehin nicht des Maybach-Fahrers Freund ist, prangt der Zeppelin-Schriftzug unter der Doppel-M-Kühlerfigur und auf der Kofferraum-Klappe.
Innen Leder und Glanz
Die Zeppelin-Kabine strotzt vor Leder in Kontrastfarben. Hinzu kommen Zierteile mit Klavierlack-Oberfläche. Die im Rautenmuster abgesteppten Sitze schmücken sich mit schwarzen Kedern und die Füße der Insassen ruhen auf echtem Lammfell. In Einstiegsleisten und Schlüsselanhänger wird der Zeppelin-Schriftzug graviert, die mitgelieferten Sektkelche und die auf Wunsch für den Maybach Zeppelin verfügbare Trennwand beweisen durch den Aufdruck "Maybach Zeppelin" ihre Sonderstellung.
Olfaktorische Maßnahmen
Besonders stolz ist man bei Maybach auf eine neue Parfüm-Zerstäuber-Anlage. Nervende Innenraum-Bedufter sind an sich nichts neues, aber beim Maybach Zeppelin soll alles ganz anders sein. Von Künstlern designte und mundgeblasene Flakons enthalten speziell kreierte Düfte, die auf Knopfdruck ins Wageninnere strömen. Natürlich kann der jeweilige Herr des Wagens auch seinen eignen Lieblingsgeruch von der ausgeklügelten Anlage verbreiten lassen - an dieser Stelle machen dann auch die in der arabischen Welt so beliebten fußhohen Chanel-Nr.5-Glaskanister wieder Sinn. Und wer die Trennwand zum Chauffeur hochfährt, bleibt der Chef der Duftanlage, denn diese wird fein justierbar vom Fond des Wagens aus gesteuert.
Uninteressant: Die Kosten
Für Otto-Normalverbraucher dauerhaft außer Reichweite, wird der Preis des Sonder-Maybachs die angesprochene Kundschaft nicht weiter interessieren. Der 57 Zeppelin schlägt mit 483.140 Euro zu Buche, beim Maybach 62 Zeppelin kommen 562.870 Euro zusammen. Die Duft-Anlage kostet extra: 4.700 Euro. Wer sich einen der Über-Luxus-Wagen sichern will, kann ab dem 3. März 2009 zuschlagen, ausgeliefert wird dann ab September.

Noch ein Audi R8 V10 Test!

Diesmal ist der Test von Abenteuer Auto! Viel Spaß