Samstag, 13. Dezember 2008

Mercedes Concept BlueZERO

Wie wird der Mercedes der Zukunft aussehen? Das Stuttgarter Unternehmen beantwortet diese Frage gleich auf zweifache Art. Mit dem seriennahen Concept BlueZERO geben die Schwaben auf der Detroit Auto Show im Januar 2009 einen Ausblick auf die Optik der neuen B-Klasse, die 2010 starten wird. Zum anderen zeigen drei Varianten der Studie verschiedene Antriebskonzepte für unterschiedliche Mobilitätsanforderungen. Alle Modelle sind 4,22 Meter lang und bieten fünf vollwertige Sitzplätze sowie einen Gepäckraum von über 500 Liter. Die Sandwichboden-Architektur ermöglicht die Integration von verschiedenen alternativen Antrieben. Der spezielle Fahrzeugaufbau bietet laut Mercedes eine Reihe von Vorzügen gegenüber Elektroautos, die auf konventionellen Plattformen aufbauen. Hierzu zählen ein gegenüber der normalen B-Klasse unverändertes Raumangebot, ein sicheres Fahrverhalten aufgrund des niedrigen Schwerpunkts und eine hohe Crash-Sicherheit. Das BlueZERO-Design leistet sich einige Besonderheiten. Am auffälligsten sind die geschlossene Frontschürze ohne Kühllufteinlässe und die 20-Zoll-Leichtlaufräder. Die grau getönte Heckklappe besteht komplett aus leichtem, aber hoch stabilen Lexan. Die Rücklichter sind in Form eines geschwungenen "L" ausgeführt. Antriebe aus dem Baukasten
Die flexibel kombinierbaren Antriebskomponenten haben die Mercedes-Ingenieure in einem modularen Baukastensystem zusammengefasst. Dazu zählen modernste flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Akkus mit bis zu 35 kWh Speicherkapazität sowie der kompakte, maximal 100 Kilowatt starke Elektromotor mit einer Dauerleistung von 70 Kilowatt. Er entwickelt ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter. Alle drei Varianten beschleunigen in weniger als elf Sekunden auf 100 km/h. Schnelle Aufladung
Bei einer Ladeleistung von 15 Kilowatt können die Akkus des BlueZERO E-Cell und des E-Cell Plus innerhalb von 30 Minuten genügend Energie für 50 Kilometer Reichweite speichern. Bei Aufladung an einer haushaltsüblichen Steckdose verdoppeln sich die Ladezeiten. In den beiden E-Cell-Modellen ist eine Elektronik vorgesehen, die intelligente Ladestationen und Abrechnungssysteme unterstützt. Beim BlueZERO E-Cell Plus ist im Heck als zusätzlicher Range-Extender der aus dem Smart fortwo bekante Einliter-Turbobenziner mit 71 PS eingebaut. Bei 3.500 Umdrehungen pro Minute gibt er seine maximale Leistung ab. Er lädt bei Bedarf über einen 50-Kilowatt-Generator den 17,5 kWh speichernden Akku nach. Konzept für die Zukunft
Dr. Thomas Weber, Entwicklungsvorstand bei Mercedes, ist vom BlueZERO-Konzept überzeugt: "Die weiter entwickelte Sandwichboden-Plattform ist die perfekte Basis für eine weit gefächerte Fahrzeugpalette mit elektrischen Antrieben." Für künftige Kompaktmodelle mit optimierten Verbrennungsmotoren an Bord arbeite man zurzeit an einer neuen, zusätzlichen Plattform. Ab 2009 sollen die ersten Brennstoffzellenautos mit Stern als Kleinserie auf den Markt kommen, rein elektrisch betriebene Fahrzeuge werden ab 2010 folgen. Schon jetzt laufen Pilotprojekte mit E-Smarts in Berlin und London.

Neuer Anlauf beim Hybrid

Trotz der schlechten Stimmung in der Branche verspricht das Autojahr 2009 wieder jede Menge spannende Neuheiten für Käufer und Fans.
So nimmt etwa der Hybridantrieb einen erneuten Anlauf zur Eroberung des deutschen Marktes: Neben den Doppelherz-Pionieren aus Japan haben auch erstmals einheimische Hersteller neue Spritsparmodelle angekündigt. Außerdem kämpfen zahlreiche frische Kleinwagen mit günstigen Preisen und geringem Verbrauch gegen die Kaufzurückhaltung der Verbraucher an. Schwerer haben werden es dagegen die zahlreichen Businessklasse- und Luxusautos, deren Marktstart mitten in die überraschende Wirtschaftskrise fällt. Hier die Höhepunkte des Jahres. In Deutschland konnte sich der Hybridantrieb, anders als etwa in den USA, wegen der starken Konkurrenz durch den Diesel bislang noch nicht durchsetzen. Ändern soll das nun die neue Generation des Toyota Prius. Mitte des Jahres kommt der Öko-Pionier in der mittlerweile dritten Auflage zum Händler. Äußerlich wirkt der Kompakte nun etwas gefälliger und trägt bei unveränderter Keilform mehr dynamische Ecken und Kanten im Blech. Unter der Haube arbeitet die bereits bekannte Kombination von Elektro- und Ottomotor, die auch rein elektrisches Fahren ermöglicht und nun hinsichtlich des Verbrauchs verbessert worden sein soll. Als Energiespeicher dient weiterhin ein konventioneller Nickel-Metallhydrid-Akku, die leistungsfähigere Lithium-Ionen-Technik sowie die Möglichkeit zur Aufladung an der Steckdose sollen später folgen. Der neue Prius wird rund 25 000 Euro kosten. Als preiswerte Alternative für weniger als 20 000 Euro will der Honda Insight schon zum Jahresanfang die Kostenvorbehalte gegen Hybridautos wegwischen. Der kleine Kompakte erhält die Antriebseinheit des etwas größeren Honda Civic Hybrid, bei der ein Elektromotor den Benziner vor allem bei der Beschleunigung unterstützt.Geringe Kosten zählen nicht zu den Stärken der beiden deutschen Hybridvertreter. Mit gemeinsam entwickelter Antriebstechnik kommen im Laufe des Jahres die Hybridversion der BMW 7er-Reihe und die Doppelmotorausführung der Mercedes-Benz S-Klasse auf den Markt. Das Elektroaggregat unterstützt jeweils einen Ottomotor beim Anfahren und Beschleunigen und soll Kraftstoffeinsparungen bis zu 15 Prozent ermöglichen. Der Clou: Weltweit erstmalig setzen die beiden deutschen Unternehmen moderne Lithium-Ionen-Akkus in der Großserie ein. Sie haben eine hohe Leistungsdichte und einen geringen Platzbedarf. Ganz billig werden die Hybridautos aber nicht sein, der Aufpreis gegenüber dem Grundmodell mit Verbrennungsmotor dürfte zwischen 5 000 Euro und 10 000 Euro liegen. Eine noch aufwändigere Hybridantriebstechnik, die wie bei Toyota auch das rein elektrische Fahren ermöglicht, wird bei Mercedes und BMW frühestens 2010 erwartet. Dann könnten auch die von VW und Porsche angekündigten Hybrid-SUV nachziehen. Audi ersetzt die im Vergleich mit den Wettbewerbern mittlerweile etwas betagte Oberklasselimousine A8 durch einen Nachfolger. Äußerlich wird der Neue etwas aggressiver und erhält einen großen Kühlergrill mit flankierenden LED-Leuchten. Durch eine neue Anordnung von Getriebe, Motor und Differenzial wächst der Radstand und damit auch das Platzangebot im Innenraum. Für den Antrieb stehen aufgeladene Direkteinspritzer zur Verfügung, ein Hybrid fehlt zunächst jedoch.